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Darum ist klassisches Brainstorming unnütz

Jeder kennt das Gefühl – man sitzt in einer Brainstorming-Runde und plötzlich scheint es irgendwie nur noch darum zu gehen, warum die Ideen der anderen oder auch die eigenen nicht funktionieren.

Eine Brainstorming-Session hat eigentlich das Ziel, möglichst viele Ideen zu generieren und die verschiedenen Einfälle zu kombinieren um Ideen weiter zu entwickeln. Wenn die Gruppe also vom Ideen-Generieren Modus, in einen Ideen-Vernichten Modus abschweift, hat das gravierende Folgen. Die Produktivität nimmt ab und das Ziel der Brainstorming-Session – grandiose Ideen zu generieren –  wird schlussendlich nicht erreicht.

Brainstorming erlangte in der 1940ern durch einen Typen namens Alex Osborn Bekanntheit. Er glaubte, dass die Brainstorming-Sessions für den kreativen Output seiner Werbeagentur verantwortlich waren. Diese neue Art der Ideengenerierung verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Wie bereits angetönt, glauben auch wir nicht mehr an Oldschool-Brainstormings. Wir sind auf Jonah Lehrer’s Seite, welcher die Fraktion Brainstorming mit seinem Artikel im New Yorker stark unter Beschuss nahm. Mehrere Studien in seinem Artikel belegen, dass Individuen mehr Ideen generieren als Gruppen.

Das Problem ist das Verhalten von Individuen in Gruppen. Wir tendieren dazu, dem Willen der Gruppe zu folgen und reduzieren dadurch unseren eigenen kreativen Output. Dieses Verhalten wird durch das sogenannte “Soziale Faulenzenweiter unterstützt. Arbeiten wir in einer Gruppe an einem Problem, bei welchem unser direkter Input nicht klar messbar ist, dann verlassen wir uns darauf, dass die anderen mehr leisten als wir selbst.

Ganz besonders ärgerlich ist es, wenn du gerade von der Hammer-Idee in deinem Kopf erzählen willst, jemand anderes sich aber lauthals zu Wort meldet und du die Idee ganz einfach vergisst.

Darum gestalten wir unsere Brainstorming-Sessions bei Cleverclip ein bisschen anders:

Es beginnt mit einem Briefing aller Teilnehmer. Die Problematik, welche es zu lösen gibt, wird so erklärt, dass jeder eine gute Grundlage hat. Danach nimmt sich jeder eine Stunde Zeit und überlegt sich Ideen und Ansätze wie man die Herausforderung bewältigen könnte – jeder einzeln in seinem Kämmerchen. Die Lösungsvorschläge werden in persönlich bevorzugter Form (Skizze, Text, Post-it) festgehalten. Wir benutzen dazu Realtimeboards – ein sehr praktisches Tool. Was es genau damit auf sich hat, kannst du hier nachlesen.

Sobald alle ihre Ego-Brainstorming-Sessions abgeschlossen und die Ideen im Realtimeboard festgehalten haben, kriegt jeder 5-10 Minuten Zeit, den anderen seine Einfälle vorzutragen.

Danach kommt eine weitere – du ahnst es schon – Ego-Gedanken-machen-Runde. Wieder in einem Zeitfenster von 5-10 Minuten.

Dann gibt jeder Feeedback, welche Ideen er gut findet, welche man vielleicht kombinieren könnte oder auch warum etwas nicht funktioniert. Wichtig bei diesen kurzen Vortrags- und Feedbackrunden ist, dass immer nur eine Person spricht. Wenn jemand etwas zu einer Aussage des anderen sagen möchte, kann er sich eine Notiz machen – äussert sich aber erst, wenn er an der Reihe ist.

Das Gute an diesem Verfahren ist, dass es die angesprochenen Problematiken des Gruppenverhaltens unterbindet.

Da jeder sich seine eigenen Gedanken macht und erst in einem weiteren Schritt vorträgt, kann man nicht durch andere Ideen beeinflusst werden. Und da jeder Präsentieren muss, kann man sich auch nicht auf der Leistung der anderen ausruhen. 

So, nun wünsche ich dir viel Spass bei deiner nächsten Brainstorming-Session – aber bitte nicht Old-School sondern New-School!

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